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Ist Kaffee gesund?

Ist Kaffee gesund?

Ist Kaffee gesund? – Das kommt darauf an!

Wenn es um Ernährungsempfehlungen geht, wird recht schnell mit allgemeinen Empfehlungen um sich geschmissen. Kohlenhydrate sind schlecht, Kaffee ist ungesund, Milch ist schlecht etc.

Doch dass Ernährung mittlerweile viel komplexer ist, wollen wir euch anhand des Beispiels Kaffee verdeutlichen.

Einige sehr groß angelegte Studien haben in den letzten Jahren gezeigt, dass Kaffee wohl eines der gesündesten Lebensmittel zu sein scheint und dass sich durch dessen Konsum die Lebensdauer verlängern lässt (1)(2)(3) . Des Weiteren wirkt Kaffee stark neuroprotektiv und reduziert die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer, Parkinson und Diabetes zu erkranken (4)(5)(6). Die genauen Mechanismen sind unklar. Einige Forscher behaupten, die positiven Effekte seien auf die große Anzahl an Antioxidantien zurückzuführen. Man glaubt es kaum aber Kaffee ist in unserer heutigen westlichen Ernährung der Hauptlieferant für Antioxidantien (7).

ABER

Kaffee scheint jedoch nicht auf alle Menschen gleich zu wirken. Es gibt wohl Personen, für die Kaffee trinken nicht so gesund ist. Beispielsweise kann ein erhöhter Kaffeekonsum bei starkem Stress und regelmäßigen Schlafstörungen eher kontraproduktiv wirken und den Prozess sogar noch anfeuern. Dieser Fakt sollte den Meisten schon bewusst sein, jedoch geht das Ganze auch noch eine Stufe weiter.

Das im Kaffee enthaltene Koffein wird in der Leber durch ein Enzym verstoffwechselt, welches durch das CYP1A2 Gen dekodiert wird. Dummerweise haben ca. 50% der Menschen eine Variante in diesem Gen, die zu einer langsamen Verarbeitung von Koffein in der Leber führt. Die Auswirkungen des Koffeins sind bei diesen Personen teilweise noch 38h nach dem Konsum einer Tasse Kaffee messbar.

Bei diesen Personen wird Kaffee eher mit:
– Herzkreislauferkrankungen assoziiert (8)
– Bluthhochruck assoziiert (9)
– gestörter Nüchternglukose assoziiert (10)

Zusätzlich hat Kaffee auf „Langsam Verstoffwechsler“ wohl nicht die protektiven Eigenschaften in Bezug auf Krebs, wie bei „Schnell Verstoffwechslern“.

Das heisst nicht gleich, dass alle positiven Eigenschaften von Kaffee für langsame Verstoffwechler nicht gelten. Neuroprotektiv und Alzheimerrisiko reduzierend wirkt Kaffee immer noch bei beiden Personengruppen. Interessant ist auch, dass einige Menschen Kaffee abends trinken können und schlafen wie ein Baby, wobei andere davon erhebliche Schlafstörungen bekommen.

Anhand dieses Beispiels lässt sich verdeutlichen, dass es in der Ernährung keinen „One size fits all“ Ansatz gibt. Die einfachste Methode ist es, mit bestimmten Lebensmitteln zu experimentieren und diese für 30 Tage aus dem Ernährungsplan zu streichen, um sie danach wieder einzubauen. Dadurch lässt sich genau feststellen, wie man individuell auf entsprechende Lebensmittel reagiert.

(1) http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1112010
(2) http://annals.org/article.aspx?articleid=668690
(3) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21298466
(4) http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1046/j.1468-1331.2002.00421.x/full
(5) http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ana.10277/abstract
(6) http://archinte.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=773949
(7) http://www.eurekalert.org/pub_releases/2005-08/acs-cin081905.php
(8) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16522833
(9) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19451835
(10) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25595320

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